Der Gerhard-Lustig-Preis wird für die beste studentische, Abschlussarbeit im Fach Informationswisseschaft während eines Zeitraumes von 2 Jahren für vergeben. Er wurde zum ersten Mal während ISI 2000 vergeben und ist der Nachfolger des Best Student Paper Award. Die Auszeichung erfolgt jeweil während des Internationalen Informationswissenschaftlichen Symposiums (ISI) im Rahmen eines Festaktes. Der gestiegenen Ausstattung des Preises entspricht die Entscheidung des Hochschulverbandes für Informationswissenschaft, ihn mit dem Namen von Professor Dr. Gerhard Lustig zu verbinden.

Gerhard Lustig (18.6.1929 – 6.10.1993) hat in den Jahren 1975 bis 1992 an der TH Darmstadt das Fach Information Retrieval (Datenverwaltungssysteme II) vertreten und darf als einer derjenigen gelten, der durch seine eigenen Beiträge und sein eigenes Engagement sowie durch seine Schüler die Informationswissenschaft in Deutschland etabliert und vorangebracht hat. Insbesondere hat Gerhard Lustig für sich selbst, als Mensch, Lehrer und Forscher Maßstäbe gesetzt, die in einer Zeit selten geworden sind, die Schnelligkeit oft mehr belohnt als Konzentration und Qualität, den Effekt mehr als wissenschaftliche Redlichkeit und Seriosität.

Gerhard Lustig hat sich in seiner Lehre und bei der Betreuung und Förderung seiner Studierenden keine Grenzen des Aufwandes auferlegt. Er hat sich stets intensiv mit den Personen, mit deren fachlicher Entwicklung und Arbeit auseinandergesetzt. Von ihm betreute Seminararbeiten, Diplomarbeiten und Dissertationen sind durch seinen Stil, genauestens zu studieren und zu verstehen, kritisch zu hinterfragen und substanziell Anregungen zu geben, sicher nicht schneller fertiggestellt worden. Aber es war Lustigs Beitrag zur Qualität der Arbeit, dass der oder die Autorin an seinen Maßstäben gewachsen war.

Der Gerhard-Lustig-Preis wird für alle daran Beteiligten eine hohe Verpflichtung darstellen und die Erinnerung an eine Persönlichkeit wach halten, die nach langer schwerer Krankheit und trotzdem mitten im Leben eines Hochschullehrers, verstorben ist.

Verleihung des Gerhard-Lustig-Preises

Vorgeschlagen werden die Abschlussarbeiten von dem sie betreuenden Professor. Eine Jury des Hochschulverbandes HI wählt aus den vorgeschlagenen Arbeiten ca. 6 Arbeiten aus, welche auf dem nächsten Internationalen Informationswissenschaftlichen Symposium einem grösseren Publikum vorgestellt und detailliert evaluiert werden. Die Auszeichung und Preisverleihung erfolgt während des Symposiums.

 

Preisträger 2017
Platz 1:
Brinken, Helene & Kock, Helena
Exploring Intergenerational Knowledge Sharing
Universität Hildesheim

Platz 2:
Jackermeier, Robert:
Interactive Pedestrian Indoor Localization
Universität Regensburg

Platz 3:
Alexandra S. Linhart:
Google Now and User Data.
A diary study on perceptions of collection and use of personal data by Google Now cards
Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW Hamburg)

Preisträger 2011

Preisträger 2009
Sonja Öttl
HTW Chur
„Visualisierungs- und Interaktionsdesign für multivariate, zeitunabhängige Daten in sozialen Netzwerken“

Bettina Williger
Universität Regensburg
„Der Einfluss multimodaler Reizwahrnehmung auf Blicksteuerung und Gedächtnis“

Preisträger 2007
Sabrina Lehnerer
Universität Regensburg
„Wissensorganisation in der Online-Enzyklopädie Wikipedia.“

Preisträger 2004
Tobias Müller
Universität Konstanz
„Konzeption und Implementation eines WAN-basierten Publikationssystems mit Fokus auf DRM & URM-Komponenten“